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Essays



Richter Pranke (Amtsgericht) und Sperber


Amtsgericht               Sozialgericht





 

(Faulkner: … ja, die Vergangenheit ist auch nicht vergangen.)

(Eventuelle Übereinstimmungen mit der Realität sind nicht auszuschließen, weil der Autor über diese Realität schreibt.)

 

Richter Pranke: Ich eröffne das Verfahren wegen Fahrerflucht des Angeklagten. Zeuge Hinkebein ist dazu geladen. Also, Herr Angeklagter, wie war das nun?

Sie haben sich ja gegen die von mir erhobene Zahlung von 1000 Euro wegen Fahrerfluchts in einem Schreiben widersetzt. (Widersetzung eines öffentlichen deutschen Gerichtes)(Widerspruch gegen einen Verwaltungsakt ist zulässig, wenn…)Schildern sie mal den Tathergang im Einzelnen.(Vermeintlicher Straftäter schildert Tathergang)

Angeklagter: Als ich eingeparkt hatte, kam hier anwesender Zeuge plötzlich aus dem naheliegenden Versicherungsgebäude (einer KfZ-Versicherungs– und KfZ-Schadens-Schätzungsstelle)und hat mich beschimpft: „Sie Idiot. Dummkopf! Hast wohl einen Schlag! Siehst du denn nicht, was du angerichtet hast?“

Richter: Dagegen haben sie sich in Ihrem Widerspruchsschreiben verwehrt, wie ich hier lese. Na und? Seien Sie nicht so sensibel!“

(Wo gehobelt wird, fallen Späne)(„Die Würde des Menschen ist unantastbar.!“ Stimmt zwar formalgesetzlich: aber wo kämen wir da hin, wenn jeder gleich beleidigt wie eine Leberwurst wäre? Dafür haben wir keine Zeit beim Aufbau des Neuen Deutschlands, auf die Meriten und blassierten Feinfühligkeiten einzelner einzugehen. Wir dürfen nicht den Anschluss an die globale Weltwirtschaft verpassen.)

Richter: Dann sind Sie jedenfalls unmittelbar danach geflohen!

Angeklagte: Ich lass mich  nicht beleidigen. Ich habe ja richtiggehend Angst gekriegt, mir gedacht, lass ihn erst mal sein Mütchen kühlen und warten, bis er sich wieder beruhigt hat und mache erst mal deine kurzen Erledigungen. Was ich auch getan habe. Nach einer halben Stunde bin ich wieder von der Bibliothek zurückgewesen.

Richter: Genau, damit erfüllen Sie den Straftatbestand der Fahrerflucht.

Angeklagte: Es bestand ja keine Gefahr der Flucht. Mein Auto stand ja immer noch da mit sauberpoliertem weit sichtbaren KfZ-Kennzeichen.

Richter (lachend): Ja, das sagen alle. Ich wollte grade mal um die Ecke etwas erledigen gehen und dann sind sie für immer verschwunden. Solche Fälle haben wir schon zu Tausenden gehabt.

(Da erkühnt sich dieses Sensibelchen, seine Blessuren lecken zu wollen. Wo kämen wir da hin? Wo die  Dampfwalze rollt, darf sich keiner davor stellen.)

Richter (murmelt in seinen Bart): Und überhaupt, meine Zeit vergeudet er hier auch!

Angeklagter: Wie bitte, Herr Richter, sagten Sie etwas?

Richter: Nein, also holen Sie den Zeugen herein. Zeuge, Name, Wohnort und Beruf.

Zeuge: Hinkebein, Adolf.

Richter beugt sich vor, um das nachhinkende Bein Herrn Hinkebeins in Anschlag zu nehmen.

Richter denkt: Zeuge Hinkebein hat sich seinen Klumpfuss sicherlich bei einer Autoschätzung geholt, als eine Karosserie vom Hebebock heruntergeklappt ist. Arbeitsunfall, klarer Fall.

Angeklagter denkt: Sein Hinkebein hat er sich aber bestimmt bei einer Schlägerei geholt, als Türsteher oder sonst woher.

Herr Richter ist beeindruckt wie bei einer Kriegsverletzung, zumal Angeklagter jetzt auf seinen Block mit einem Stift zu schreiben oder zu malen beginnt oder was immer das auch sein soll, was er da tut. Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.

Richter: Weiter der Zeuge!

Zeuge: Beruf, halt Verwaltungsangestellter. Beruf des Kaufmanns. Langjährige Erfahrung gesammelt im Bankwesen.

Richter (leckt sich genüsslich die Lippen): Ja, ja, (fast stöhnend). Richtig, gut, gut.

Zeuge: Nunmehr seit etlichen Jahren im Versicherungswesen tätig. KfZ-Schadens-Schätzungsstelle der Al-Axa-Versicherungsbrigade.

Richter (rollt Augen): Gut, gut. (Ein Mann an der Front, täglich im Einsatz, und zwar an richtigem Ort und Stelle, wehrhafte Soldaten des Globalisierungskrieges. Der da, Sozialliberales Relikt untergegangner Zeit. Die neue Zeit rollt über alles hinweg, auch den Ballast und Müll der Vergangenheit.)

 

Angeklagter dreht sich erschreckt um, weil er Stimmen glaubt gehört zu haben. Dazu müssen wir wissen, dass er sich tatsächlich in den Gerichtssälen des Nürnberger Amtsgerichtes befindet.

Diesen Ort näher zu erörtern, können wir unterlassen, da vorausgesetzt wird, dass der gebildete Leser diesen richtig und gebührend einzuschätzen weiß.

(Nun nimmt der Angeklagte im Zeichnen Zuflucht. Dieses Bild gibt den Richter Prange wider. Die Realität des Herrn Prange ist hier plastisch herübergekommen.)

 

Hg.-Bemerkung: Ob nun der Richter „Prange“ hieß oder nicht, weiß der Autor nicht hundertprozentig auszuschließen.

Angesichts seines Alzheimers kann dies der Fall sein genauso wie eben nicht. Er findet auch die Gerichtsunterlagen nicht mehr, die er in einer wütenden geistigen Umnachtung verbrannte, um dies definitiv ausschließen zu können.)

 

Richter (räuspert sich): Zeuge, nun, wie verhielt sich also der Tathergang?

Zeuge schildert dies.

Angeklagter (empört): Hab ich wohl nicht gesagt, dass ich gerade mal um die Ecke gehe, um meine Bücher abzugeben.

Zeuge (verschränkten Armes): Nein, haben Sie nicht gesagt!

Angeklagter sich an Richter wendend: Der Zeuge war derartig empört und jeglichen vernünftigen Dialoges abhold, dass ich mir dachte, dass ich erst wieder mit ihm reden kann, wenn er sich wieder beruhigt hat.

Richter (wegrennen vor dem Feind, feindliches Frontfeuer scheuend, nein. Das schon im Vorfeld jeden Krieges.

(Verteidigungsminister Struck: „Am Hindukusch wird die Sicherheit Deutschlands verteidigt.“) Da muss man erst Recht dem Feind im Innern einen Riegel vorschieben). Ach, gehen Sie mir doch schon weg mit dieser Story! (Unterstützen der Aussage mit wegwischender Handbewegung.)

Zeuge (ermutigt): Nein, so hat es sich eben  nicht verhalten! Er hat nichts gesagt, ist einfach losgegangen ohne seine Adresse zu hinterlassen. Dann habe ich natürlich sofort die Polizei verständigt.

Richter (wie es sich gehört! Sofort Polizeirapport machen!)

Zeuge (resigniert): Nur hat der Polizist meine Aussagen nur insoweit aufgenommen…

 

(Hier endet der Bericht. Der Autor weigert sich, sich weiter zu erinnern. Allzu schmerzhaft, grotesk und ungeheuerlich scheint ihm der Vorfall zu sein. Er wendet sich denn lieber Schöneren Dingen zu.)

 

 

 

Kinder für den Führer Stoiber (04)

 

Die zweite Wende ist eingeläutet worden! Die deutsche, zumindest baierische Bevölkerung will es so: der bayerische Blut-und-Boden-Mystiker und Regierungspräsident Stoiber wurde im letzten Wahlgang mit überwältigender Mehrheit im Amt gestärkt. Es ist wieder soweit!

Fängt schon wieder alles zuerst in Bayern an!?

Die erste Wende propagandistisch wie schon 33 als „Neues Deutschland! tituliert – die Wiedervereinigung. Bestimmt konnte man sich dafür noch erwärmen: reißt Mauern ein, damit Menschen zusammenkommen, also lasst sie sich wiedervereinigen, die armen Schweine, diese Deutschen, die da geblutet haben jahrzehntelang, insbesondere die östlichen von ihnen sollen sich doch mit den anderen (zumindest als Wessi konnte man ja aus diesen Gründen nichts dagegen haben und die Ossis wollten es ja unbedingt).

Aber die zweite Wende ist eine Wehret-den-Anfängen-gebotene.

Aus der Mitte bzw. dem Sumpf der erste Wende steigt jetzt nämlich der Neonationalismus ungeschminkt-fratzenhaft deutlich und vereinigt durch Stoibers und Merkls Gesichter hervor.

Erster strategisch Zug: man hat sich gegen die Integration des türkischen Staates als vollwertiges Nato-Mitglied gewandt, obgleich ja schon Millionen von türkischen Einwanderer in unserem Lande zu Hause sind. Der zweite Zug in diese Richtung ist der Vorschlag, dass nur der politisch gefördert wird via Rente, der deutsches Blut weiterträgt – deutsche Eltern mit Kindern sollen in der Rentenverrechnung merklich bevorteiligt werden, was eindeutig gegen das Beitrags-Auszahlungs-Prinzip verstößt, welches als solches als alleinige Grundlage deklariert ist oder besser deklariert gewesen war. Damit wird man mindestens eine Generation bescheißen, um es in der heimatlichen Sprache derer auszudrücken, die es sich erdacht haben, würde es in den nächsten Jahren eingeführt und auf Beitragszahler der letzten Jahrzehnte angewendet.

Damit wendet man sich zudem ab von dem Leistungsprinzip: je mehr du arbeitest, desto mehr Rente kriegst du – hin zum bayerischen Zuchtbullen-Fruchtbarkeits-Prinzip: je mehr und bessere Nachkommenschaft (nämlich deutsche) du zeugst, desto mehr staatliche Zuwendung im Rentenalter wird dir zugeteilt.

Es finanzieren demnach auch solche Menschen dieses barbarisch-rassistische Selektionsverfahren mit, die z. B. aus ethisch-humanen Gründen gegen Kinder-Produktions-Factory-Familien sind und aus Global-Fertilitäts-Perspektiven heraus gegen eine Überbevölkerung und ungehemmter Reproduzierbarkeit des Menschen sind, indem sie beispielgebend auf eigene Kinder verzichten. Nunmehr müssen sie wider Willen nicht nur nur die unbeschränkte Kinder-in-die-Welt-Setzungs-Politik finanziell unterstützen.

Die Bereitschaft besonders fruchtbarer Eltern, bestimmte, nämlich deutsche, nicht türkische oder andere oder gar adoptierte Kinder großzuziehen.

 Welche Wähler wollen das eigentlich?

Männer, stopft die Löcher; Frauen, macht die Beine breit – es kommt der Herr der Herrlichkeit! (04)

 

Den Alimentenentschleichern das Halali geblasen und an den Hals posaunt: ein lückenloses Netz von Überwachungskameras an allen Positionen der Autobahnen, um den zahlungsunwilligen Vätern unehelicher Kinder oder aus geschiedener Familien durch Aufzeichnung deren KFZ-Kennzeichen auf die Pelle zu rücken.

Oder andersherum, das klaffende Haushaltsloch unwilliger Alimentenblecher von zeugungsunwilligen bzw. zeugungs-flüchtenden Singels stopfen zu lassen: lasst doch für den notwendigen Unterhalt von Kindern nicht die verantwortungs-vermeidenden Väter gradstehen, wenn man ihnen nun mal nicht habhaft wird, sondern kinderlose Gutverdiener. Väter zollen doch schon ihren Tribut, wenn sie allvierzehntäglich WEenden mit dem In-Schach-Halten hyperaktiver und Legasthenie-Kinder sich opfern. Schwerstarbeit der Erziehung muss finanziell ausgeglichen werden.

Genauso wie Nacht- und WEarbeit. Zu zahlen haben diejenigen, die ihre Freizeit lückenlos und unbeschwert dem Gott Hedonismus darbringen können – Schluß mit lustig!.

Den gewieften Unterhaltsentsagern freut’s: mögen sie auch daneben geschossen haben, nein, im Gegenteil, Verantwortungsbewusstsein letztlich hat sie dazu getrieben, ins Schwarze zu treffen: auf dass die Gerechtigkeitsmaschinerie in Betrieb gehalten werde. Fruchtbarkeitssarbeiter und -monteure für die spuckende und ratternde Maschine. Es war nicht so, dass man unumsichtig und nicht vorausschauendes Tun an den Tag bzw. in die Nacht gelegt hat – Spirale, Passah, Pille, Kondom sei Undank – sondern für den Generationenvertrag hemmungslos drauflosgevögelt; für die Absicherung millionenmassiger Arbeitsloser zukunftsgefickt und für die satten Tantiemen von Versicherungen, Politikern und Vorstandsvorsitzender lustvoll den Schwanz reingesteckt hat.

Auch das Bumsen muss seinen Preis haben!

Der alles unterliegende  Bilanzierungs- und Effizienterror legt Meter an: Fortpflanzungsbetriebe und Erziehungsbrutstätten Familien müssen wie landwirtschaftliche Betriebe subventionert werden; jedem Schlag mit der Hand aufs kindliche Popochen; jede liebevolle Streicheleinheit übern Kopf des Kindes muss moderner rationeller Kosten-Nutzen-Rechnung zugeführt werden wie auch jede euterreizende Melkhandbewegung bzw. deren Unterlassung sich letztlich in hoher Milchdividende niederschlägt.

Belohnt sein soll, was die gefräßige und pustende Gerechtigkeitsmaschinerie schmiert, welche laufen muss wie geölt, Zahnrad für Zahnrad ineinander greifend, laufend für seinen Sieg!

Männer, gebt noch einen Zahn drauf, Frauen weitet euch noch mehr, damit die Maschinenführer und –einsteller das Tempo nicht verringern müssen: sonst dringt Wasser ins Getriebe!

 

Die neuen Helden oder das Terrorregime der „Sicherheit“ (04)

 

Unsere neuen Helden! Es gibt sie wieder, wenn auch in neuem Gewand. Es sind nicht Sterbende auf Ehrenfeldern, vielmehr leben sie inmitten von uns, als „Stützen der Gesellschaft“. Nicht die, die man dafür sprichwörtlich hält: Politiker, Pfarrer und Direktoren. Nein, diejenigen, welche unsere Sicherheit aufrechterhalten, damit die Gesellschaft nicht einstürzt, und schmieren sie sie nicht wie erstgenanntere? Sie ölen sie so sehr, dass sie diese schon prägen gleich einem totalitären System.

Die Sicherheit hält uns, die Gesellschaft, als funktionierendes Gefüge zusammen, ist das Gepräge. Wären sie nicht so standhaft, so wachsam, herrschte der blanke Terrorismus. Nun herrscht der „Terrorismus“ im Sinne von „Gewaltherrschaft“ der Sicherheits-Helden.

Und wo hat Sicherheit ihren Ursprung, wo beginnt und endet sie? Natürlich in der Ordnung. Fällt diese zusammen, ist es aus mit Sicherheit; wird diese Ordnung jedoch penibel zusammengehalten, sind alle geschützt. Diejenigen, die dies bewerkstelligen sind die neuen „Stützen der Gesellschaft“ des totalitären Sicherheitssystems.

Stunde Null dieses Systems!

Wir alle kennen die Bilder von den zusammenstürzenden Twin-Towers von New York; ja, sehen sie von weitem aufgenommen aus der Entfernung als unverrückbares Menetekel; alle visuell-audiblen Aufzeichnungen inwärts sind aus moralisch-verständlichen Gründen unzugänglich; aber die damit zusammenhängenden äußeren kennen wir als heroische Gesichter derer, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um andere zu retten; inwärts; wir wissen genauso wenig, wie und auf welche grausame Weisen diese Heroen umgekommen sein mögen dabei.

Das Fehlen dessen, was in den Towers sich abspielte, ist in den Bereich des Mythos’ entrückt, zugegeben zwangsläufigerweise. Helden, Supermänner aber leben ja stets von Legenden, Vermutungen und Spekulationen, ihr Wert steigt mit dem Maß der Irrealität dieser Geschehnisse. Aber die Heroen, wenn sie sich trauernd beim Feier-Lichterketten versammeln, entrücken dennoch um so mehr ins Phantastische, als wir um die wahren Begebenheiten im Dunkeln gelassen werden müssen.

Es ist der Nullpunkt der Zeitrechnung der Ära der Sicherheit angebrochen. Es ist der Beginn eines neuen Reiches.

Wie bereits in anderen totalitären Regimen schon wurden und werden der Dreh- und Angelpunkt des totalitären Regimes im kleinsten angesetzt, in der Familie: bespitzeln die Kinder ihre Eltern, ist die Gesellschaft totalisiert.

In der neuen Diktatur nun fängt die Sicherheit auch am kleinsten, scheinbar mickrigsten Punkt an: am Angel des Gartentores. Sicherheit bedeutet Verschluss, Ausgrenzung nach außen; das Gartentor muss stets verschlossen gehalten werden. Wir schließen uns ein; lassen keinen mehr rein, wenn’s nicht doch notwendig ist.

Wir sind die Zwangsjackenvollstrecker unserer selbst: verkrampfen, verschließen und versichern uns. Überhaupt, alles wird in Sicherheits-Ketten gelegt, „versichert“.

Dafür haben die Sicherheits-Heroen zu sorgen.

Zu zahlen haben die zu Beschützenden, die Beschütztwerdenmüssenden, wir.

Fängt es schon damit an, dass, wer in einen Unfall, wenn auch unrechtmäßig, verwickelt worden ist, und dabei sich nicht angegurtet hat, gesetzlicherweise die Hälfte der Schuld zu tragen hat.

Wohl gibt es das Sicherheits-System schon länger, man denke daran, dass ein Verfassungsschutz-Spion 1968 die ersten Waffen den gewaltbereit-spielenden Studentenprotestlern zugespielt hat. Verfassungsschutz-„Spione“ sind die führenden Figuren von rechten Szenen und Parteien heutzutage, der heutzutage gewaltbereit-spielenden Bewegung. Es sind doch stets die Gehetzten, die ins Fangnetz geraten; wir sind es, wir, die wir glauben, was uns vorgesetzt wird in Medien, von den Kassandren der Straßen und Stammtische. Wir, das Volk, wird in Angst versetzt von denen, die uns vor sich schützen wollen. Wir müssen Schutzgelder zahlen. Wir sind dem Terror der Versicherungsgesellschaften, Inkasso-Agenturen und Sicherheits-Gesetzen ausgesetzt. Wir bezahlen die Schutzgelder eines Mafioso-Staates, eines totalitären Sicherheits-Systems.




"Vorwärts zum Weltuntergang mit High-Tech!“ (91)

 

oder "Der sogenannte Umweltschutz als der größte Umweltverschmutzer"

 

I  HINFÜHRUNG:

 

Die Mode kreiert neue Kleiderfarben. Fast jede Modeströmung hat ihre neuen Farben, die zielgerichtet der Natur mit Kadmium entzogen werden. Das Tierreich hat sich dezimiert. Es sollen im Vergleich zu vor 20 Jahren 80 Prozent aller Arten ausgerottet worden sein. Der Mensch kennt dagegen 80 Prozent mehr Autotypen.

Abrüstung bedeutet nichts anderes als Umrüstung oder Ersatz besserer, modernerer Waffen. Aber dabei ist die größte derzeitige Lüge, dass kaschiert wird, dass außer der Rüstungsschraube eine noch extremere Bedrohung ohne Ende existiert: Der sogenannte "Umweltschutz".

Ich will gar nicht näher erörtern, dass Mülltrennung nicht notwendig sei (wenngleich ja sehr dem zu misstrauen ist, was danach mit dem Müll geschieht); gleich gar nicht von diesem - schlechtes Gewissen verdrängenden - Reinigungsaktionen  gebrauchter Milchflaschen seitens des Verbrauchers.

Mir geht es um eine Welt- und Lebenslüge, die eine unermessliche Nichteffizienz bzw. gegenteilige als beabsichtigte Effizienz hat.

 

II.  BEGRIFF- BESCHREIBUNG:

 

Umweltschutz ist der Schutz des sich selbst regenerierenden Naturkreislaufs vorm Menschen durch den Menschen. "Schutz" heißt ja nicht unbedingt Sicherheit vor dem destruktiven(1) Eingriff des Menschen in die Natur. Dennoch besitzt das große Wort 'Umweltschutz' gemeinhin die Bedeutung, dass tatsächlich die Möglichkeit bestehen könne, die Natur werde vor der Zivilisation des Menschen bewahrt.

==> Wir lassen den ökonomischen(2) Zug abfahren ohne dessen öko1ogisches(3) Ziel zu kennen.

Die Wissenschaft a) die Medizin: Die Bekämpfung diverser bösartiger Krankheiten mit neu entwickelten Strahlen bedingt unkontrollierte Begleiterscheinungen. Zu denken sei an die Chemo-Therapie bei Krebsbekämpfung.

                             b) die Gentechnologie: Sie nimmt hierbei eine besonders herausragende Stellung ein, setzt Sie doch einfach irreversible(4) Tatbestände in die Welt, die, ob kontrollierbar, ungeklärt sind.

Die Produkte der Biologie sind ja zwischenzeitlich zu einem der lukrativsten(5) Geschäftstransaktionen (6) geworden, die internationale Dimensionen erreicht haben.

==> Die Katastrophe ist: Der Sturz ins Unbekannte!

Die beschränkte Illusion des sogenannten Umweltschutzes ist nicht einmal das Schlimmste. Verheerend ist, dass also gerade der Umweltschutz einen signifikanten Anteil an der - wer will's ernsthaft bestreiten - bevorstehenden, wenn auch sukzessiv(7) metastierenden(8) Apokalypse(9) trägt.

Die Autoindustrie, z. B. der Katalysator! Er wird als ökologischer Schutz propagiert. Doch ist die Entsorgung der anfallenden Platin-Kohlenmonoxid-Verbindung ungeklärt. Die Behauptung, der Katalysator sei beliebig wiederaufbereitbar, ist doch allzu zweifelhaft: Schließlich existiert kein Perpetuum mobile(10) gleich welcher  Materie.

Die technische Lösung der Verhinderung des Ausstoss` von Kohlenmonoxid in die Luft wurde vor einigen Jahren noch als R e v o 1 u t i o n gefeiert!

Ohne die ansonsten in die Atmosphäre entweichenden Stickoxide, die im Katalysator lediglich k o n z e n t r i e r t und deren Entsorgung  a u f g e s c h o b e n  wird, heizt das - anstelle des Kohlenmonoxid - nunmehr in die Umwelt entweichende Kohlendioxid die Atmosphäre so auf, dass mittlerweile wiederum über eine neuen Katastrophe geunkt wird: Der Treibhauseffekt. (FRANKFURTER RUNDSCHAU (13. 1. 1990).

==> Es werden Lösungen zu neuen Problemen!

Oder das sogenannte "Umweltschutzpapier"! Diese Form der Entsorgung von Altpapier ist zweifelhaft: Informationen kursieren, die behaupten, dass die Herstellung wiederum mehr chemische Belastung der Umwelt nachsichzieht, als bei einer Neuproduktion von Papier.

 

URSACHEN: Es ist das zwanghafte Streben nach neuer Technologie, was als Heilsverkündung gilt. Strikt zu vermeiden sei das Hausgebackene.

Die Technik ist letztlich unbeherrscht!

 

III. SCHLUSS

 

Die Perversion(11) des Umgangs mit der Technik ist nun aber der, dass dort, wo diese zum Wohle des Menschen einsetzbar wäre, fanatisch auf ein Verzicht gedrängt wird. Das ist hinlänglich bekannt: Die rasante Bevölkerungsexplosion, die in immer kürzeren Abständen exponentiell(12) steigt und sich potenziert - trotz moderner Verhütungsmittel. Wer verantwortet die Folgen von extremen Verteilungskampf und Hungersnot?

 

EXKURSION IN DIE MITTELFRÄNKISCHE HEIMAT

 

Chemische Laborüberprüfung weist im Umfeld des RHEIN-MAIN-DONAU-KANALS  Schwermetalle nach. Baden Sie auch manchmal darinnen! Dennoch ist unbekannt, dass in der Nähe eine Firma für die Herstellung von Mikrochips ansässig wäre.

So sitzt man am Stammtisch und hört vom Arbeiterfreund gerade, dass erneut aus den in Maschinen eingebauten FILTERANLAGEN ( = es lebe der Umweltschutz!) in unseren kleinen, dreckigen Fluss (wie romantisch der Sand doch aussieht!) ZYANKALI geleitet  wurde - und trinkt sein Bier.

Notabene(13): Dieses sich in Ihrer Hand befindende Blatt ist mit einem COMPUTER bearbeitet worden. Bei diesem widerum wird bei der Herstellung Schwermetall freigesetzt - nicht zu sprechen von der noch von einem Land ins andere verschobenen "abgefallenen" DÜNNSÄURE.

Unbeständige geistige Wetterlage Bayerns: Ein Moslem ist kein Bayer, aber die Bayern werden jetzt auch Moslems (00)

 

Nach der Kapitulation des faschistischen Deutschlands wurde von den Alliierten eine neue Verfassungsgrundlage für einen Neuanfang der auf dem Territorium überlebten und lebenden Deutschen vorgelegt. Nur zwei Bundesländer, nämlich Hessen und Bayern, nahmen sich das Recht heraus, zusätzlich noch über ein eigenes Landesgesetz per Referendum abzustimmen.

Obwohl der von den Siegermächten empfohlene „Basic-Law“-Rahmen weit gesteckt war, verengten ihn die Bayern in ihrem Plebiszit sofort wieder: die allgemeine Religionsfreiheit wurde eindimensional aufs Christliche reduziert, so dass kein Nichtchrist nicht gleichzeitig Bayer sein kann.

 

Seit der Reformation hat sich ein säkularisierter Staat etabliert, der mehr oder minder strikt Staat und Religion auseinanderhält. So müsste doch wohl „Religion ist Sache des einzelnen!“ zu verstehen sein.

Dass sich ein Partei-Staat, wie z. B. die der Bayern, mit dem Christentum verbunden fühlt, kann ja wohl nicht staatsrechtlich relevant sein, eher mehr als edles Lippenbekenntnis verstanden werden, um von bestimmten Parteien politisch aus einer bestimmten Wählerschicht Kapital schlagen zu können. Letztlich muß sich eine Partei-Staats-Regierung nicht seinem Parteiprogramm, sondern der Staatsverfassung verpflichtet fühlen. Und Bundesrecht bricht noch allemal bayerisches Landesrecht.

Wie nun soll sich aber der Staat gegenüber Religionstypen verhalten? Sollte er nicht alle gleich behandeln, sich ihnen möglichst selbst überlassen? Oder auf der anderen Seite, sich ihnen gleich wohlwollend gegenüber verhalten?

Dass dann Parteien differenziert gegenüber bestimmten Religionen stehen, mag ja verständlich sein, gleichwohl eingeschränkt sofern sie Regierungsfunktionen ausüben, wie dies die CSU in Bayern tut.

Tut sie es dennoch, wie jetzt, dass sie gewisse Religionen bevorzugt, andere benachteiligt, ist dies wohl ein staatsrechtlicher Missbrauch ihres Regierungsauftrages.

 

Mittlerweile muss zwischen zwei Religionsarten unterschieden werden: die der Volks- und Traditionsreligionen und die der New-Age-Bewegungen. Regierungen rund um die Welt stehen vor dem Problem, sich für diese und gegen jene zu entscheiden, fühlen sie sich nicht machtpolitisch unterminiert.

Die bayerische Staatsregierung nimmt gegenüber einer New-Age-Sekte wie Scientology genau die gleiche Stellung ein wie die chinesische Regierung (Kommunistische Partei Chinas) gegen eine ihrer New-Age-Bewegungen, die mit allerdings weit unerbittlicheren Mitteln verfolgt wird, indem sie als verfassungsfeindlich und bedrohlichen Angriff auf das Gemeinwesen verstanden und verfolgt wird.

Parteien, Interessensvertretungen dieser Art wie die KP Chinas dort- und die CSU hierzulande, die ihrer Natur nach sich mit allen Mitteln nach der Macht strecken und sie erhalten wollen, versuchen sich freilich gerne mit Religionen zu verbrüdern, die am meisten Zulauf haben, welche die Volksreligionen darstellen.

So hat die bayerische Staatsregierung wieder einmal die Jagd eröffnet, pardon, die Observation angeordnet, um gegen eine kleine New-Age-Bewegung vorzugehen. Auf der anderen Seite aber hat sie gleichzeitig die Schleusen geöffnet für eine neue, ihrem ursprünglichen Selbstverständnis eigentlich fremden Volksreligion, den Islam.

Ihr strategisches Verhalten gegenüber Religionstypen ist also nicht wie staatsrechtlich gefordert gleich. Sie nimmt es billigend in Kauf, dass sie sich zu ihrem Machterhalt in widersprechender, ungleicher Herangehensweise, je nach Zielorientierung und Zielscheibe, religiösen Gruppierungen unterschiedlich sich gegenüber verhält. Aber es widerspricht doch dem säkularisiertem Prinzip neuzeitlicher, demokratischer Verfassungen.

Die Moslembewegung unterstützt sie einerseits, bietet ihr sogar Religionsunterricht auf ihren Landesschulen an. Zudem bekennt sie sich im Grunde gleichsam mit der scheinheiligen Argumentation dazu, dass sie ja für religiöse Bewegungen schon immer und aus sich heraus offen sei. Auch wenn ehemals hierzu von der Gesamtstimme der Bayern her, durch den Plebiszit, dagegen ein Riegel vorgeschoben worden ist, geht die herrschende CSU-Regierung aus machterhalterischem Kalkül in Bayern darüber hinweg.

Die Sekte Scientologie wird andererseits als verfassungswidrig denunziert, verfolgt und angeklagt - bundesweit. Was stört die bayerischen Inquisitoren bei diesen? Der Tatbestand deren horrender Honorare habe eine finanzielle Abhängigkeit ihrer zu schützenden, geistesschwachen Jünger zur Folge. Möglicherweise steckt aber jene der herrschenden Macht zuwiderlaufende, beklemmende Komponente dahinter, die dieser Bewegung zu eigen sein soll, wo sie dort durch beamtengemässe Aktenkundigkeit psychisch Defekter deren Geist und Seele buchhalterisch fixiert, speichert und womöglich „missbraucht“?!

(Auch wenn Scientology als Konkurrenzunternehmen zum Verfassungsschutz betrachtet wird, müsste doch bei einem als Ideal vorgestellten „liberalen“, eher liberalistischen Staat, vielleicht eine in seinem Innersten vorhandene Konkurrenz als ankurbelnde Dynamik und belebendes Geschäft verstanden werden!? - Aber Spaß beiseite!)

Anstoss findet man wiederum nicht an der muslimischen Seite Todesurteile von Andersdenkender oder die von Religionsstaaten erzwungenen Ehescheidungen bei mit „Nichtgläubigen“ oder Andersgläubigen verheirateten Gläubigen. Die dahintersteckende Intoleranz gegenüber Andersgläubigen wird augenzwinkernd übersehen, wohl etwa, weil man ja selbst ein Teil davon ist?

 

Religion als Philosophie auf die letzten Fragen nach dem Leben nach dem Tod oder der Gottesfrage als Weltenschöpfer muss ihrer Natur nach nicht unbedingt etwas mit Macht zu tun haben. Religion aber als Maßgabe und Leitlinie für Bräuche, Traditionen und Ethik wird allzu gerne von denjenigen in Beschlag genommen, die sich der Macht verwandt fühlen. Der Macht um der Macht Willen Anbetenden.

Wenngleich religiöser Irrationalismus von Natur aus beinahe gegenteilig dem politisch-demokratischen Staatsverständnis sich manifestieren müsste! Aber irrationalistische Untertanen können nun einmal leichter als alle anderen Bürger vom politischen Machtfetisch missbraucht werden.

Über der Unfehlbarkeit religiöser Führer wie im Katholizismus existiert keiner. Auf der selben Stufe stehen noch Bücher, wie der Koran, woheraus einem unmittelbar das Wort Gottes entgegenspreche, aufgezeichnet von einem, der mit diesem unmittelbar in Kontakt gestanden haben soll. Diese beiden Volksreligionen sind in ihrem Herrschaftsanspruch auf Gesellschaft und Moral in der Tat gleich total. Auf dieser Ebene sieht sich wohl die christliche, bayerische Partei wesensidentisch mit moslemischen Glaubensbrüdern.

Wie eine bösartige Hydra wird dagegen jene amerikanische Psychosekte dargestellt, deren vermeintliche, individuelle Ausbeutung an persönlichkeitszerstörerischer Indoktrination grenze! Aber der wie bei moslemischen Organisationen fortgesetzte Aufruf zum Totschlag eines ihrer Feinde ist wohl für die bayerische Staatsregierung nachvollziehbar, zumindest schweigend zu dulden, wenn es ins machtpolitische Kalkül passt.

 

Es stellen sich Religionsinstutionen- und -parteien, diejenigen, die sich als erklärte Pächter und Vertreter einer Religion aufschwingen, folgendermaßen dar: als mit Hilfe derselbigen manipulatorisch und dirigistisch bis in alle Bereiche der Gesellschaft hinein politisch Machtausübende. Wenn es die einen mit Hilfe der jenseitsgerichteten Volksreligionen tun, die anderen mit auf Diesseitigkeit gerichteter moderner Religion (weil heilsversprechend) wie der Kommunismus, etwa in China, entlarven sie sich als zwei Seiten der gleichen Medaille, wo sie beide die gleichen Feinde ausmachen und bekämpfen: New-Age-Religionen.

 

Freilich sind auch die New-Age-Sekten als Mißbrauch für Politik und gesellschaftliche Machtstellung, im Gefolge der Reformation und des Puritanismuses, herüberkommend aus der sogenannten Neuen Welt, ein wie die Volksreligionen der Alten Welt  nichts anderes als auf Herrschaft eingestimmtes Instrumentarium, welches sich im Streben nach Akkumulation des Mammons manifestiert, indem dessen Handeln auf finanzielle Ausbeutung ihrer Mitglieder basiert.

Aber wo bleibt die Einforderung eines säkularisierten Staates, der sich keiner Religion gegenüber verpflichtet fühlt?

 

Goethe, Schiller und Luther - geistige Brandstifter des Holocaust (98)

 

Der Nazismus liegt bereits 50 Jahre zurück in grauer Vorzeit. Aber man ist jetzt erst dazu übergegangen, Mitleid mit den von ihm ermordeten Juden zu zeigen - zeitlich weit genug entfernt ist es ja, um aufrichtigen Schmerz empfinden zu müssen. Da versteht man die Logik nur zu gut, dass diese Nation in keinster Weise den Versuch unternommen hat, ihre geistigen Wurzeln zu analysieren, verfolgen und blosszulegen, die diese stinkende Fäulnis der Barbarei hervorgerufen hat. Im Gegenteil, mittlerweile, im Zuge des „Neuen Deutschlands“ geht man daran, wieder einmal die Konterfeits derjenigen Gesinnungsmörder vorbildhaft hoch aufzuhängen, die ehemals schon dafür Hauptverantwortung trugen.

Die Wiederholung gleicher geschichtlicher Fehler kann allein schon an der gleichen Namensgebung dingfest gemacht werden. Nach dem Hitler“putsch“ sprach man genauso wie nach der letzthin erfolgten deutschen Wiedervereinigung bereits vom „Neuen Deutschland“. Mag in Hitlerdeutschland dieser Begriff zugetroffen haben, insofern als „neu“ eine neue Sinneinheit auf den Punkt bringen will, so kann bei einer „Wiedervereinigung“, die eigentlich nur eine Beitrittsangelegenheit und eine Einander-Ankettung und Verkoppelung darstellt, gewisslich nicht von einer neuen Dimensionalität gesprochen werden.

Irgendetwas muss denn wohl hinter diesem Kampfbegriff lauern, wenn man bereits von einem vermeintlich „neuen“ Staats- und Gesellschaftswesen wie die Bundesrepublik ab Oktober 1989 spricht und sich aus dem Nähkästchen eines Begriffsinventars bedient, das nazistisch-programmatisch ausgerichtet zu sein scheint.

Vielleicht aber schaffen wir denn doch ein „Neues Deutschland“, wenn wir der neuerwachenden Hydra rechtzeitig ihre Köpfe abschlagen und so lasst uns die erneut bemühten selben führenden Geister schnellstens entzaubern.

An obersten Stelle Johann Wolfgang von Goethe. Noch heute, dafür kann ich Zeugnis ableisten, steht er kritiklos am geistigen Katheder jeder geisteswissenschaftlichen Vorlesung - wie der heilige Geist am Pfingsten - über den Häuptern unschuldiger Germanistikstudenten. Sein Nimbus, seine Herrlichkeit und Stärke strahlt unvermindert am universitären deutschen Firmament.

Zu analysieren wäre aber, warum das Deutsche, wofür Goethe als sein beredtster und reinster Sohn ausgewiesen wird, den Nazismus gebar; insonderheit diejenigen Vertreter unter die Lupe zu nehmen, die für jene barbarische Un-Kultur stehen.

Allen voran also, woran wohl keiner zweifelt, der sogenannte Dichterfürst und nicht Fürstendichter, der er eigentlich war, nein, stattdessen dieser irrtümlich gebrauchte lügnerische Terminus, der nahelegt, dass Goethe der höchste Dichter aller sein, eben der Fürst der Dichter, zumal es ja keinen höherstehenden Dichterkönig gibt. Dass mit diesem etikettenschwindelnden Titel andere Geister anderer Nationen herabgemindert werden, ist der letztendliche Haupteffekt und -zweck.

Dabei war Goethe doch nichts mehr als der verdingte Lakai bei einem Fürsten, der bloss seine Macht und Herrlichkeit mit solch einem berühmten Zeitgenossen erweitern wollte: jener gute bürgerliche Ausbildung genossenhabender Jurist durfte formalita des Fürsten Verkehrsminister spielen, nebenbei zu Ehren des Dienstherrn weitere Bestseller schreiben, was des Dienstherrn Popularität und also Einflusssphäre förderte.

Aber untersuchen wir doch einmal den geistigen Hintergrund von diesem Fürstendiener anhand seiner gemachten Philosopheme, Spruchweisheiten und Epigramme, die des deutschen Kolonisationsdenkens und menschenverachtender Politik förderlich war.

Den eindeutigsten Aufruf zum Sklavenhändlertum prägte Goethe mit folgendem, in unserer postmodernen Zeit durchaus virulenten Weltweisheit, in einer seiner als zeitlos verkündeten Werke dem geneigten sensiblen Leser unters Kopfkissen gelegt worden, auf dass es ihm als Alpdruck in seinen Träumen plage, verfolge und einpräge: Wer nicht Amboss sein will, muss Hammer sein!

Man versuche nur diese ungeheuer in einer Sozietät blutige Spuren hinterlassenden Philosophie zu verfolgen, wenn sie indirekt zum Aufruf zur Unterdrückung seines Nächsten anstachelt; rührst du dich nicht, schlägst nicht Du jetzt und sofort, oder bei sich bietender Möglichkeit zu, so bist du der Neger, der Sklave, der Bauer. - Es ist schlicht die definitive Klassifizierung zweiter Menschentypen: hier Herr und dort Knecht, wogegen es keine Alternative, geschweige denn Synthese gibt - genetisch determiniert eben.

Ist also dieser Spruch schon eindeutig Hetze und Aufruf zum Arier-Juden-Sklaven- und sonstigem Untum, sprich Deutschtum, so ist der zweite Spruch viel mehr als bewusstes Plädoyer zum Völker-, Individual- und jeglicher anderer Form von Mord; nämlich die rücksichtsloseste Auf- und Anstachelung zur Unmoral, zum gewissenlosen, unreflektierendem Handeln, welches nicht mehr zwischen Gut und Böse, gerecht und ungerecht zu unterscheiden weiss und es auch nicht wissen soll: Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!

Man könnte getrost in der gleichen Weise fortfahren, wenn man nicht damit geistiges Wissen unters Volk aussäte, welche Frucht doch niemals mehr wieder aufkeimen sollte.

Doch wisse: Es ist wirklich nicht von der Hand zu weisen: Goethe war der Deutschen grösster einer!

Der deutschen Räuberbande zweitgrösster Spiessgeselle und Gesinnungstäter am grünen Tisch, Friedrich Schiller, macht es diffiziler, aber nicht weniger wirkungsvoll. Dabei bedient er sich eines profanen propagandistischen Mittels, das der Musik. Natürlich zieht er die Werke eines nationalen Bundesgenossen heran, der vielleicht gar nicht wusste, wozu er missbraucht werden würde: Beethoven. In erschauernd kongenialer und alles andere überragender Weise, was sich Musik nennt, überhöht und transponiert dieser die barbarische Botschaft so, dass es warme und kalte Schauer nur so durch Rückenmark, Gehirnwindung und Bauchfell jagt; je nach Betrachtungspunkt allerdings auch vor Schrecken und nicht nur vor Freude und Ergriffenheit beim „Song of Joy!“ An die Freude!

Was ist daran selbst so erfreulich? Fast nichts!

Was aber erfreut Schiller, was ist ihm der Freude Essenz: nichts weniger als die soziale Ausgrenzung.

Zuerst die emotionale Einstimmung, das beschwörende Intro: Freude, Freude schöner Götterfunken ... Dann die analytisch ungeheuer scharfsinnige These (ernsthaft gemeint), dass Freude durch Musik das wieder vereinigt, was schnöde Welt in der Mode getrennt hat. Aber spätestens dann bleibt einem die Freude in der Kehle stecken, wenn er Menschen als Kreaturen mit Würmern vergleicht.

Und schliesslich kommt’s knüppeldick: wer das nicht gekonnt, eines Menschen Herz zu rühren, der stehle sich weinend aus unserem Kreis der Freude Empfindenden.

Kein Mitleid wird gezeigt solchen ohnehin schwachen Menschen, die so wenig Herz und Gefühl rühren können im Nächsten. Nein, sogar noch Ausgestossene, Geächtete und zur Busse Verdammte sollen sie sein, was zu erreichen nicht allzu schwer fallen dürfte bei deren besonderen Ohnehin-Benachteiligung.

Was zerstört hier jener Mensch Schiller, indem er seine Gesinnungsgenossen zu diesem sozialen Handeln aufruft: Freude hervorrufen und vielleicht - nebenbei assoziierend - gerade dadurch, dass man auf dem Auszustossenden draufschlägt! Zuerst die Spreu vom Weizen trennen, damit sich’s arisch rein feucht-fröhliche Urständ feiern lässt. „...Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum!“ - Nazismus - als säkularisierte Religion! Hier fängt’s an, die Kraft durch Freude, die die ist, andere Menschen zu vertreiben und schlussendlich auszumerzen.

Wenn nun Luther „Hebräer“ ins Deutsche mit „Ausländer“ übersetzt ...[1]

„Deutsches“ in amerikanisch-angelsächsischer Literatur (98)

 

Verständlich ist, dass man gegen die „Deutschen“ war, als 1933 die Faschisten hierzulande sich an die Macht putschten oder kamen. Weniger nachvollziehbar wird dies aber, wenn man die einhellige Meinung der amerikanischen Gesellschaft zu Kenntnis nimmt, als es darum ging, auf wessen Seite man sich nun schlagen sollte 1944: gegen Deutschland oder englisch-französischer Wehr. Die Parteiergreifung schien so eindeutig gegen Deutschland gewesen zu sein, dass da solch übermächtig latente Aversionen und Ressentiments geweckt wurden, dass man sich schon die Frage nach dem ‘Warum’ stellen will. Schliesslich kann es nicht nur daran gelegen haben, dass das wilhelmische Reich die Kriegstreiber waren.

Gesetzt, dass „Deutsches“ genauso vorhanden war nach 1918 wie bereits vor 1914, sollen hier einige Bücher angeführt werden, wo auf solche Fragen etwas Antwort geleistet wird.

 

Bereits in einer in den 30zigern erschienenen Kurzgeschichte von der neuseeländischen Autorin Kathrin Mansfield endet diese - nach Einladung zu Tische deutscher Gastgeber - damit, dass die Eingeladene in der Erzählung mit dem bestimmenden dezenten Satz: den Gastraum verlässt „sachte - von dem allem nichts mehr wissen und alles hinter sich lassen wollend - schloss sie die Türe hinter sich.“ Zuvor wird die Gastfamilie in ihrer biedermeierlich-dümmlichen Art mit dem motivischem Satz zitiert: „Bei uns werden noch Kinder gemacht“, wobei sich um den Tisch herum in der Tat eine beachtliche Anzahl von Kindern mehr oder minder lärmend schart.

Die Protagonistin, selbst ledig und kinderdistanziert, ist von dieser properen dumm-seeligen Kinderseligkeit abgestossen und starrt verhalten dazu stehend dem quirligen Treiben zu, was ihr da als etwas schier Unreflektiertes, Unzivilisiertes und Dreistes gegenübertritt. Zudem wird ein Bild von einer wilhelminisch-patriarchalischen Gesellschaft evoziert, in der der Mann den Ton angibt und im Gegensatz zur weiblichen Erzählerin Weltbild steht. Das Ideal dieser Gesellschaft ist die kinderreiche Familie und deren unangefochtene Vormachtstellung des männlichen Haushaltsoberhaupts und dem völligen Aufgehen des Weiblichen als solches, der „hausfrau“.

In zwei in den 90zigern erschienenen Bestsellerromanen, die monatelang die Büchercharts deutscher Illustrierten anführten, „Eine geheime Geschichte“, von der amerikanischen Autorin „Donna Tartt“[2] und „Die Asche meiner Mutter“ von irischen Autoren Frank McCourt[3] sind an verschiedenen Stellen Bezüge zum Deutschen aufweisbar.

Im „Eine geheime Geschichte“ taucht an zwei Stellen „Deutsches“ auf.

Einmal wird die Überlegenheit eines deutschen Autofabrikats einem amerikanischen gegenüber herablassend hervorgehoben, indem von den „Krauts“ als den Deutschen die Rede ist.

Das andere Mal taucht ein Deutscher auf, als der Titelheld mit einem Bekannten im Urlaub in Rom weilt und sie gerade ein wichtiges Geheimnis miteinander besprechen, nämlich einen Mord am günstigsten verschleiern und verheimlichen zu können. Der Deutsche verfolgt die beiden auf Schritt und Tritt, so dass sie befürchten müssen, er habe ihr Gespräch belauscht und sammele weitere Informationen, um sie bei der Polizei zu denunzieren. - Hier tritt also das Deutsche in Gestalt einer fremden Person zutage, das die beiden Amerikaner mit paranoidem Verfolgungswahn zusetzt.

Im Frank McCourts Roman wird dem, was die Deutschen im Zweiten Weltkrieg mit den Juden tun, völlig unverständlich gegenübergetreten. Die Frage wird gestellt: Wie kann man mit Menschen so umspringen, auch wenn sie einem anderen „Kulturkreis“ angehören mögen. Diese Frage sticht umsomehr ins Herz, als man in diesem autobiographischen Buch mitverfolgen kann, unter welch jämmerlichen Umständen irische Familien hausen müssen, an denen offensichtlichst nicht zuletzt ein anderes Okkupanten-Volk schuld tragt, die Engländer. Trotz der ausführlichen Schilderung unausgesetzten Leides wird völliges Unverständnis dem gegenüber gezeigt, was andere Mächte denen als „Verbrecher“, „Ausbeuter“ usw. stigmatisierten Völker widerfahren lassen.

 

 

Es geht weiter in anderen Bereichen, z. B. im Kino, mit Figuren in bestimmten Filmen, die ja stark emotionsgeladene Träger sind. Ein Film, wo Cool Parker, eigentlich ein phänomenaler Jazzpianist als Revolutionär in einer anarchistisch motivierten Verzweiflungstat endet. Umringt von Polizisten kommt er als letzter händeerhoben aus dem umzingelten Gebäude und wird durch den Befehl des Einsatzleiters der Polizei so wehrlos wie Freiwild auf einsamer Flur abgeschossen. Der Kommandeur, klein und dicklich, besitzt einen Kaiser-Wilhelm-Bart: schmissig und nach oben gezwirbelt.

 

 Deutsch ist überflüssig für die Liebe (94)

 

Man nehme die Ostfriesenwitze. Keineswegs sind sie bösartig gemeint, und schlau, wie dieser Volksstamm ist, hat ein Vertreter davon sich gleich mal deswegen vermarktet. Zudem ist dies ein Beispiel für die schöne menschliche Tugend, auch über seine vermeintlichen Schildbürger-Eigenheiten lachen zu können, und über andere und sich selbst - dies ist Ausdruck eines entspannten nachbarlichen Verhältnisses.

 Man findet die schimpflichen Bezeichnungen ja bereits auf regionaler Ebene, wo hierzulande beispielsweise die Oberpfälzer als "Moorbüffel" (Richtung Weiden), als Hinterwäldler (Richtung Regensburg), als Steinbeißer (Richtung Neumarkt) oder "Ochsenköpfe" bezeichnet werden. In anderer Richtung die Badenser als "Gelbfüßler", weil es Zeiten gab, wo diese das Sauerkraut mit Füßen traten. Oder die Schwaben stehen gegen die Badenser in Baden-Württenberg, wo letztere von ersteren erst mal richtiggehend zivilisiert werden müßten.

 Weiterreichend sind da jene Deutschen im Norden als "Fischköpfe" tituliert, auch als "Nordlichter", oder nordöstlich die Preußen und Sachsen schlichtweg als "Preußen" über einen Kamm geschert. Für die gelten die Bayern wiederum als die "Bayern", was wohl meint provinziell, hinterwäldlerisch, politisch unemanzipiert. - Für die Engländer sind die Deutschen das "Kraut", wohl weil das Sauerkraut auch dort Kulturgut geworden ist; umgekehrt sind jene die "Inselaffen", auf einer Insel hausend und sich nur um diese kümmernd, vielleicht auch deren Provinzialismus meinend, der sich so vehement gegen ein politisches Europa sperrt. (Oder spießt es deren beschränktes Umweltbewußtsein auf? Man führe sich den ganzen Industriedreck vor Augen, der dort in die Luft geht, von der Insel weggeblasen wird gen norwegische Küstenwälder, sehr zum Schaden und zum Ärger dieses Nachbarn.)

 Engländer machen sich auch lustig über die martialischen Ambitionen der `grande nation' Frankreich. Gegen Internationalisierung durch die leichtest zu erlernende Sprache zur Konversation, Englisch, wird in Frankreich per Ministerdekret Affront bezogen, dies im Zuge der Europäisierung, eines Prozeßes, der wohl nicht nur von den Bürokraten vollzogen werden soll? Freilich steckt dahinter auch ein gewisser kolonialer Imperalismus beider Nationen, der noch heutzutage in Afrika ausgetragen wird.

 

 Bestimmte dem Benehmen des Sittenkodexes entstammende Frankophonien übernahmen die Deutschen ja bereits. Man denke beispielsweise nur an: "merci"; "pardon" undsoweiter.

 Was wohl die Engländer nun über die Deutschen denken mögen?

 Neben bekannten Worten aus dem II. Weltkrieg "Blitzkrieg", "Führer" (warum heißt übrigens im Deutschen der Führerschein nicht treffender Fahrerschein wie Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief?) oder "Reich", sind es freilich neben "Zeitgeist", "Umweltverschmutzung" und "-schutz" der siebziger Jahre auf kulturell-sittlicher Ebene der 80ziger Jahre z. B.:

- "schadenfreude" (besondere Art der Hinterfotzigkeit?),

- "auslander", (auf die Abschottung gegenüber anderer Kulturen

                abzielend)

- "angst", z. B. "sex-angst", (typische Prüderie hierzulande?)

 Dies Beispiele, wofür ja durchaus im Englischen Äquivalente vorhanden sind.

 Andererseits übernehmen beide Nationen im Bereich der Fäkaliensprache jeweils die Wörter des anderen: hier "Shit" für dort "Scheiße".

 Des Engländers Denkprinzip geht vom Konkreten zum Theoretischen, das sogenannte Empirische; bei den Franzosen umgekehrt (nur dort gibt es ein extra Unterrichtsfach "Philosophie"), und die Deutschen bauen ganze Denksysteme auf (Karl Marx/Sozialismus).

 Sinn oder Unsinn? "Obstladen" wird zum fruit-store, "Hauptgewinn" zu jack-pot - streite sich wer will darüber. Wenn aber "Körperertüchtigung" zum fitness, oder das "Festival unter freiem Himmel" zum open-air-festival, "Innenstadt" zur city wird, dann bedeutet dies eine hilfreiche Verkürzung. - Freilich ermöglichen die deutschsprachigen Monster von Wörtern andererseits herausragend das Philosophieren, das Reflektieren über alles und jedes, zum Beispiel eben auch über Bereiche, die aufgrund der anderen Sprache nicht erfaßbar sind, wozu man denn die Anleihen aus anderen Sprachen treffen muß ("Zeitgeist").

 Für diesen oder jenen Zweck gebrauche man die Sprache seiner Wahl!

 Allerdings gewisse sprachliche Besonderheiten des Deutschen sollten wohl beibelassen werden: Schließlich möchte ich nicht "Musik oder Liebe machen", sondern denn doch lieber musizieren oder lieben.

 

Ein Platzhirsch im falschen Revier (94)

 

 Am schlimmsten ist's Freitagnachmittags.

 Die Hektik der Arbeitswoche endlich vorbei, den Kollegen "schönes Wochenende" gewünscht, beschwörerisch, damit dieses sich ja lang dehne und erstrecke. Dann steht man erst einmal sprachlos vorm großen Loch. Unmenge Menschen auf den Straßen, keiner in Bezug zu dir, jeder von einem unsichtbaren Faden marionettengleich gezogen, an dessen Ende ein anderer als du zieht, du, der du inmitten dieser Fäden hin- und hergerissen wirst, nicht mehr wissend, wo dir der Kopf stehe.

 Quasi Sozialautomatisch (sic!) wirst du in eine "Szene-Kneipe" gezogen, nicht Stammkneipe, dies der erste kleine sprachliche Unterschied mit einigermaßener Auswirkung: Sympathie bekundendes, nur sprachlos, leicht gestisch angedeutetes Erkennungsnicken mit dir in Bezug stehender Menschen - damit hat's sich..

 Im Stammcafé wären's in 90 % Prozent aller frequentierten Fälle Bekannte, mit denen man zumindest ein kameradschaftliches "Servus" tauschen könnte (was schon, so geringfügig es erscheint, etwas wert ist

[i]!).

 Nein, du findest dich fremd in einer fremden Umgebung vor. - Du bist ein wirklich Fremder, auch dir gegenüber, womit du dich erst einmal zurechtfinden mußt, so daß du beginnst, mit dir selber zu sprechen, am besten zu lesen, die stillste Form des Selbstgesprächs.

 An dem Ort, wo du zuhause bist, würdest du auch kommunizieren - laut in Banalitäten dich ergehend, du/er/sie wann-wo-wie-mit wem-inwiefern-wieder-einmal-gestern-aus einer Kneipe getorkelt-gekommen bist/ist. Dazu alkoholische Getränke am Fließband wegputzend - also wenigstens wohlig betäubt sein von Alltagssentimentalitäten und vom Alkohol, vielmehr, als strikter Abstinenzler und Anti-Alkoholiger, vom Bierdunst und Nikotinschwaden der Nächsten..

 Hier bist du nicht eingelullt, nein, irgendetwas läßt dir hier die Nervenfaser senkrecht stehen, vergleichbar einem Tier, das sich am gegenüberliegenden falschen Ufer wiederfindet. So schlürfst du bestenfalls an einem Mineralwasser (schmecken tut's auch nicht recht) oder wahrscheinlich an einem starken Kaffee, um dein Gespräch anregend mit den Großen oder Bedeutendem auf der Welt führen zu können, also um überhaupt eine notwendige (!) Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.

 Plötzlich wirst du dir bewußt, daß  d u  der Fremde bist!

 Wer hätte dies schließlich je für sich selber ausschließen können? Wer weiß schon, wie sein Leben verläuft, "normal" etwa, was ein Bild bedeutet von der Zukunft, das jeder in sich selbst mit sich herumträgt wie ein Erbstück einer Welt, die längst Vergangenheit geworden ist!? Planmäßig, so wie er es will bzw. gern hätte zu leben, wer wagt dies schon von sich selber zu behaupten, daß er leben könne? Niemand!

 Wer kann mit Sicherheit ausschließen, daß er sich vielleicht nicht einmal als der Hirsch im falschen Revier vorfindet?

 

Brauchen wir eine offizielle europäische Sprache oder ein Minimum an Konsensus, um ein Maximum an Autonomie zu erreichen (92)

 

 Der geographischer Umstand, von der Deutschland besonders geprägt und gekennzeichnet ist, ein Erklärungshinweis: Als einziges europäisches Land ist es kaum vom Meer umgeben. So ist es gewissermaßen wie in einem Treibkessel eingesperrt, ohne etwaige Überdruck-Reaktion nach außen kompensieren zu können. Klaus Mann hat bereits in den 30iger Jahren in seinem Werk über André Gide festgestellt, daß die "lateinischen" und angelsächsischen hier und die slawischen Völker dort, sich durchaus angesichts der Weite des Hintergrundlandes auf sich selbst zurückziehen können, nicht aber dieses Deutschland. Impulse brauche dies stets von der ein oder anderen Seite, um nicht sozusagen an sich selber verrückt zu werden.

 Dennoch hält paradoxerweise Deutschland starr wie kein anderes Land daran fest, sich seit Generationen aus sich selbst heraus zu rekrutieren, siehe die Unterstützung der ethnischen Deutschen im slawischen Osten. Wer sich als Deutscher bezeichnen darf, hängt einzig allein von der Abstammung ab. Auf der Welt pflegt nur noch Japan diese Abstammungslehre, sogar noch regider, wonach die Folge der Ahnenreihe von der patriarchalischen Seite her bestimmt wird.

 Ursprünglich galt per Definition der französischen Revolution Nation als: "Personen, die der gleichen Idee angehören". Dieser Begriff wird mittlerweile überholt durch die Praxis in den Vereinigten Staaten von Amerika, wonach dort Geborene und in die Wehrmacht Eingetretene die Staatsbürgerschaft nachsichziehen. Allerdings können sich Amerikaner immer noch als Deutsche, Engländer oder Franzosen fühlen, was nur wieder die Bestimmung der französischen Revolution von dem, was Zugehöriger zu einer Nation sei, verständlich macht. Amerikaner ist, wer bestimmte Ideen vertrete.

 Der Umstand daß, wer gemäß seiner beruflichen Profession nicht in seinem Geburtsland eine qualifizierte Arbeitsstelle findet, nach Frankreich, England oder in ein sonstiges europäisches Land wechselt, dient der wirtschaftlichen Mobilität. Dies, und es scheint so, nur dies, wird mit der europäischen Idee verbunden. Als Phalanx gegenüber anderen sich kontinental erstreckenden Wirtschaftsblöcken reicht jedoch dieser auf diesem Konsenus beruhende Staatenbund Europa nicht aus - und ist zum Untergang bestimmt.

 Soll aber Europa, als Staatenbund überdauernd existieren, so braucht es einer übergreifenden Idee, dessen es sich verpflichtet fühlt bzw. aus dem heraus es seine Identität ableitet. Hinzu kommt, daß im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten von Amerika, das sich auf eine Sprache geeinigt hat, Europa geradezu ein babylonisches Sprachengemisch besitzt. Auch hier wird es einen Konsensus finden und sich auf eine Linguistik einigen müssen. Hier wie dort, was in seiner Struktur begründet liegt, bietet sich Englisch an, welches die demokratischte Sprache ist, insofern, als es für ein Minimum an Ausdrucksfähigkeit bei geringster geistiger Anstrengung ein Maximum an Ausdrucksmöglichkeiten bietet.

 Das, was Europa für sich pachten könnte, proklamieren und allüberall einfordern, wäre "Menschenrechte". Ein Begriff, so weit gefaßt, so vieles sich darunter subsumieren lassend, aber dennoch einem Machtblock gut zu Gesicht stehend, dem nicht von der Welt die undankbare Rolle des Weltpolizisten abgetrotzt wird.

 

Für eine Neudefinition von „Politik“ (Januar 08)

 

Was ist Regieren eigentlich noch angesichts dessen, was Grüne und SPD mit ihren Galionsfiguren Schröder und Fischer taten?

„Regieren“ ist noch sinnvoll bei Kriseninterventionen. Wird eine Geisel in fernen Ländern entführt, muss die Regierung diplomatische Arbeit leisten, im Endergebnis sogar über Lösegeldzahlung oder nicht entscheiden. Regieren ist auch noch bei ständig erhöhtem Verkehraufkommen das öffentliche Verkehrsnetz ausbauen. Regieren ist auch ein paar Sonntagsreden an irgendwelchen obskuren nationalen Feiertagen via Fernsehen oder gar live vor Ort zu halten.

Ist aber Regieren noch Vision? In die Zukunft schauen und bauen? Taten dies SPD und Grüne?

 

Schröder zum Beispiel nahm sich ein Modell zum Vorbild, dass in einer größeren Kleinstadt mit vielleicht Hunderttausend Bevölkerungszahl erfolgreich war (die von der VW-Industrie geprägte Stadt Wolfsburg). Ungeachtet deren besonderer demoskopischer, industrieller und geographischer Infrastruktur übertrug er dieses dort praktizierte, erfolgreiche Modell von dem Betriebsratsvorsitzenden des VW-Konzerns Hartz kurzerhand auf die ganze Republik mit 80 Millionen Menschen. Was im Kleinen Erfolg hatte, wird es vielleicht auch im Großen haben (Hartz IV.)

 

Außenminister Fischer tat nahezu das Gleiche (mangels Phantasie ist man schon versucht zu bemerken) und übertrug die Einwanderungspolitik eines erfolgreichen Modells, diesmal eines der allererfolgreichsten in der Welt, der Vereinigten Staaten von Amerika, kurzerhand auf diese Republik ungeachtet deren völlig anderer historisch gewachsener Gesellschaft. Was bei 300 Millionen Menschen Erfolg zeitigte, wird es auch 80 Millionen haben; was dort wirtschaftlich effizient ist, mag hier auch sein. (Greencard-Politik). Folge war auch, dass viele der als hochqualifizierte Computerspezialisten Titulierten nach einigen Monaten wieder arbeitslos wurden.

 

Wenn es den Regierenden an Phantasie fehlt, nämlich Unterschiede zu erkennen zwischen ihrem Land gegenüber einem anderen, zumal das Vorbild ach so erfolgreich ist und als Glücksprojektion ach so anziehend wirkt, kommen allzu bald die Probleme zutage. Die Stimmung in der Bevölkerung war wochenlang vor der Bundestagswahl merklich angespannt, ja deutsche Diplomaten im ausländischen Dienst revoltierten sogar hinsichtlich der Einwanderungspolitik von Rot und Grün, was beides Zeichen der bevorstehenden Niederlage der amtierenden Partei und den Erfolg der neuen Regierung zur Folge hatte.

 

 

Ist das noch Regieren, diese Schildbürgermentalität? Kann man es so noch bezeichnen, wenn eine ganzes riesiges Land wie Schilda regiert wird?

 

Oder ist Regieren dann vielleicht gebetsmühlartige Herunterleiern von Phrasen, Floskeln und Propagandismen, wie es derzeit die gegenwärtige Regierung tut, mit ihren Ammenmärchen vom Der-Aufschwung-ist-da? - Gibt es Schwierigkeiten, Unklarheiten, dann wird das weggewischt mit dem Hinweis: „Das regelt dann schon der freie Markt!“

Das ist zwar kein Regieren im eigentlichen Sinne, wo man etwas wirklich tut und leitet, aber erfreut sich bester Unterstützung hiesiger Medien und statistischer Institute. zutrifft (mit Zuhilfenahme geschönter Zahlen halt). Da ging doch das geflügelte Wort um, Politik sei hauptsächlich Psychologie, was insofern zutrifft: „Psychologie der Hoffnung und der Täuschung“. Heute muss es so heißen: Politik sei Prophetie, Beschwörung und Marktgeplärre.

 

Politik ist also die Hoffnung auf die Wirkung einer Lüge. Es scheint, dass man wohl bald den Politik-Begriff neu definieren wird müssen

 

Wer sind sie? Politischer Staatsterrorismus pur (08)

 

Merkwürdig, mich hat noch keiner dazu eingeladen oder aufgerufen, bei der Wahlauszählung zu attestieren. Die einzige Person, die ich kenne, ist eine Person, die ohne weiteres auch lügt, um einen Vorwand zu haben.

Wer wählt diejenigen Personen aus, die bei der Urnenauszählung „mitmischen“ dürfen?

Wer verbirgt sich dahinter?

 

Wer lässt es zu, wer welche Staatsangehörigkeit besitzt? Warum sollte man diese auch nicht bei Erfüllung mindestens eines Kriteriums auf Lebenszeit bekommen? Wer maßt sich an, eine Staatsangehörigkeit befristet zu vergeben? Nur jemand, der Interesse hat, den Inhaber bei unbotmäßigem Verhalten oder Einstellung zu disziplinieren. Welche Maßnahme ist da geeigneter als ihn außer Landes zu verweisen?

 

Wer ist es, der sich erkühnt, geistige Gedanken, sobald sie gebunden sind, zum Beispiel ein Tagebuch, zu konfiszieren? Nicht einmal Bücher, die mit Arbeitskraft und –mitteln hergestellt werden müssen, werden bei diesen „Verstaatlichung“s-Maßnahmen finanziell ausgeglichen – so geschehen in meinem Falle von der bayerischen Staatsbibliothek.

Und wer nicht willens ist, dem wird sogar schon im Vorfeld mit „Bußgeld“ gedroht. Abgezockt wird der Autor mit dem sogenannten „Abschluss“ des Verfahrens ohne Rücksicht auf dessen Existenzminimum. - Begründet wird dies damit, Ihr geistiges Eigentum solle auch der Allgemeinheit zugänglich sein. Dienste für die Allgemeinheit werden bei geistigen Dingen nicht beglichen im Gegensatz zu materiellen, so wird denselbigen ein minderer Wert zugeschrieben.

 

Dürfen die das?

 

Demnach müsste ich, um in meinen eigenen Tagebücher zu lesen, einen Antrag stellen, in der sogenannten Staatsbibliothek in München. Selbstverständlich werde ich die Kosten des „Verfahrens“ selbst tragen müssen.

 

Die Grenzen der Multi-Kulti-Gesellschaft (08)

 

Vor Jahren hat das bedeutendste Journal hierzulande das Ende der Multi-Kulti-Gesellschaft beschworen. Auch Einzelpersonen aus meinem Bekanntenkreis äußerten, dass sie Schwierigkeiten mit dieser oder jener sogenannten „Ethnie“ haben. Ich meinerseits konnte das nicht so sehen und empfinden. Das Gedicht links zeigt es an, dass ich mittlerweile aber in die Presche komme – und das aufgrund sowohl von Erlebnissen als auch ideologischen Zusammenhängen.

 

Wenn es zu Zwischenfällen kommt und mittlerweile geschieht das hin und wieder, denke ich stets daran, woran mein Anteil lag. Manchmal komme ich nicht weiter, weil ich mir keinen Reim auf das Warum des Geschehenen bilden kann. Vielleicht hilft mir die Darlegung der letzten zwei „Zusammenstöße“, indem mich ein Leser aufklärt?

 

Ich versuche, die Denkungsweise des anderen Beteiligten zu verstehen: stoße ich mit einer griechischen Frau zusammen, hättest du dich sofort entschuldigen müssen, weil Frauen nicht mit dem westlichen Verständnis von Gleichheit begegnet werden, sondern zuallerst mit Respekt und Zuvorkommnis, komme ich zum Schluss.

 

Trifft das bei der griechischen Kultur überhaupt zu mit der Sonderstellung der Frau?

Zwar weiß ich, dass die Scheidungsrate bei griechischen Paaren sehr gering sein soll, die Frauen also in ziemlicher Sicherheit vor bürgerlichen Zerfallserscheinungen leben, aber genau weiß ich es eben nicht - im Gegensatz zu anderen Kulturen, wo die Scheidung relativ leicht auszusprechen ist vom Mann, wie zum Beispiel bei der türkischen Gesellschaft, wozu ich zum zweiten persönlichen „Clash of cultures“ komme.

 

Wie ist das eben zu sehen: dass ich mich neben einer Frau auf einer öffentlichen Bank niederlasse, um einen Kuchen zu essen und diese erregt aufspringt? Ich schaute sie vorher an, um abzuschätzen, ob ich fragen solle, ob sie es freundlicherweise erlaube, mich neben sie setzen zu dürfen auf der für drei Personen langen Bank. Mein erster Eindruck ist: den Augen und ihren Habitus zu urteilen, handelt es sich um eine Nicht-hier-Aufgewachsene und -Großgewordene. Um sie nicht weiter zu belästigen, setze ich mich vernünftigerweise grußlos neben sie, um meinen Kuchen vertilgen zu wollen. Als ich die Verpackung öffnen will, ruft sie laut nach ihrem schon herankommenden Sohn. Sie steht auch erschreckt auf dabei. Der heraneilende junge Mann bittet mich im einwandfreien Deutsch, dass ich mich von diesem Ort entfernen solle, da er mit seiner Mutter hier alleine sitzen wolle. Ich spreche zur Mutter hin, sie solle doch etwas sagen, doch sie kann oder will nicht und scheint sich zudem in einer ziemlichen Aufregung zu befinden. So gehe ich verärgert.

 

Ich weiß nicht, gegen welches sittliche Gebot ich da verstoßen habe? In welcher Hinsicht fühlte sich diese Frau verletzt, sah sie mein Verhalten aufdringlich und nicht konform? Spielt das aber letztlich eine Rolle, da es sich ja um einen öffentlichen Platz handelte bei dieser Bank? Hätte ich darauf bestanden, hätte es wohl mit ihrem aggressiv auftretenden Sohn Händel gegeben.

 

Ich verwende zunächst einmal den Parameter: Einheimischer gegenüber Fremden. Bei einem Einheimischen wäre mir das nicht passiert, sage ich mir. Bei diesem hätte ich mich vielleicht auf eine längere Diskussion einlassen können. Wenigstens hätte ich Fragen können, woran’s liegt. So aber paralysierte mich der Umstand, dass die Frau offenbar kein Wort Deutsch redete, welches mir die Vorstellung vor Augen führte, dass eine „Ausdiskutierung“ mit Ausländern nicht möglich ist, weil sie gewisser Nuancen der Sprache nicht mächtig sind.

 

Dritter Vorfall: Dritte Generation der eingeborenen Türken. Pupertierende, Jugendliche, entwachsene Kinder, die einer Auseinandersetzung mit einem Händler verfolgen. Dieser erwidert etwas, was ich so nicht gesagt und gemeint habe. Die ganzen türkischen Jugendlichen herum geben diesem Recht. Ich stehe gegen acht Personen, die mir etwas unterstellen, gesagt zu haben, was ich nicht gesagt, zumindest nicht so gemeint hatte, da es eine rhetorische Frage war (glaube ich mich zu erinnern und jetzt einschränken zu müssen). Das selbstherrliche Auftreten der Jugendlichen hinterlässt am Ende bei mir das Gefühl, sie könnten besser Deutsch als ich, was unmöglich der Fall sein kann.

 

Die Aufkündigung des Solidaritätsprinzips der Gesellschaft (Januar 07)

Hat man bereits an der Basis des Generationenvertrags, der Rente also, Erschütterungen seismographisch vernommen – allerdings man meint, es käme von oben – so ist die Erschütterung einer weiteren der drei Säulen des Sozialsystems, nämlich des Arbeitslosengeldes, um so deutlicher wahrnehmbar und nunmehr eindeutig von oben angeordnet. Dass kein Aufschrei, keine Revolte ergeht in der Bevölkerung bei einem Anteil von 30 Millionen Betroffener, verwundert einem nur.

Denn wer ist der ungerecht behandelte: die Arbeiterschaft. Sie ist es, die sich gegen die Arbeitslosigkeit versichern muss, jedoch nicht mehr die Gewähr hat, ausreichend genug abgesichert zu sei. Man hat die Unterstützungszeit bei Arbeitslosigkeit auf ein Jahr beschränkt, jedoch aber die Pflichtversicherungbeiträge für diese Ausnahme- und Notfallsituation um keinen Heller gekürzt. Prompt auch meldete die betreffende Institution, Arbeitsagentur, Milliardenüberschuß. Denkste, dass dieser etwa den Versicherten, Arbeitslosen, zugute kommt. An dem Geld dürfen sich andere bereichern. „Wird dann jemand einmal arbeitslos, obwohl er Jahrzehnte in diese Versicherung hat einbezahlen müssen, dann fällt er nach einem Jahr auf das Niveau der bloßen Existenzsicherung, mehr wird er nicht besitzen und aus keiner anderen Quelle wird er schöpfen können. Ein karges Leben, minimalistisch wie es nur sein kann, wartet auf ihn.

Wundert es nicht, dass die ca. 30 Millionen Arbeitnehmer ihre Versicherungsbeiträge brav Monat für Monat bezahlen, so überrascht es nicht, dass diese Veränderung und diese Gesetzesbestimmung eine ehemals und immer noch den Anspruch erhebende arbeitnehmerorientierte Partei verabschiedet hat, die Sozialdemokraten. Ihr Boss, ehemals selbst aus der alleruntersten Schicht gekommen, der sich in seinem Benehmen bereits wie ein Dollarmillionär benimmt, Havanna rauchen und vorm Publikum sich selbst die Hände schüttelnd, wurde von denen, die jetzt von seinem Sozialbetrug existentiell bedroht sind, an die Macht gehievt. (Aber es ist auch zu fragen, ob es nicht in Wahrheit die jetzigen Profiteuere waren, nach dem Motto: Überlassen wir einem Emporkömmling die Zügel der vermeintlichen Macht, für ein paar Jahre halt, der wird’s dann schon in unserem Sinne regeln, sicherer, wie einer aus unseren Reihen - siehe vorhergehender Reformstaufrust unter Kohl-Ära). Und wirklich, in diesem Sinne sagten die an die Macht gekommenen Emporkömmlinge von unten: „Lassen wir doch den Reichen ihr Geld, nehmen wir es lieber denen, die am wenigsten haben, dann können wir gewiss sein, dass die sich am wenigsten wehren werden und können. Uns erhält es den Machtgewinn, die Sympathie der Mächtigen, gleichsam auch das Gros der Masse, die da sich nicht mucken wird trauen, weil sie Angst hat, selbst in den Abgrund gestürzt zu werden.

Daher die Ruhe im Lande trotz größtem Ungerechtigkeitszustand dieser Republik überhaupt seit Bestehen.

Es klingt wie ein Märchen, aber so geschah es.

 

 

 

 

 

Die versuchte Aufkündigung des Solidaritätsprinzips (08)

 

oder

Die Menetekel der Bundesrepublik Deutschland

 

Nunmehr hat dieses Land und diese Republik ihr Menetekel, das sie seit ihrem Bestehen aus dem Weg gehen konnte: die sogenannten Hartz-IV-Gesetzgebungen oder AlG II.  - In unvergleichlicher Weise sind Millionen von Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden. Nein, ruft jetzt die eine Masse. Aber dann verhaltet Euch dementsprechend: pariert, kuscht, schweigt! – mahnt die andere. Was für alle anderen Menschen in dieser Republik gilt, zählt für diese vier Millionen nicht mehr: Besitzstandswahrung. So haben sie vergebens gespart, malocht, geerbt: Das Ersparte, Ererbte, Erarbeitete muss erst verbraucht werden, damit sie ihr Recht wahrnehmen können, wofür sie seit Beginn ihres Arbeitslebens gebuckelt und Beiträge entrichtet haben: Schutz in der Arbeitslosigkeit. Dieses Recht und diese Versicherung wird erst einmal auf Eis gelegt, vertagt, annulliert, solange, bis sie ihr Ruhepolster verbraucht haben, Menschen, die nicht gewohnt und nicht dahingehend erzogen worden sind, sich auf eigene Beine stellen zu können. Dies mangels Kapital, Know-How und Erfahrung – welche sie ja auch nicht haben brauchten bislang, weil sie gut genug waren als abhängig Beschäftigte und Nichtselbständige. - Wir erinnern uns, Schröder mit seiner SPD (sozialdemokratischen Partei) hat diese Gesetze durchgeboxt, versteht sich, mit Hilfe der anderen Parteien. Aber die meisten der arbeitslosen damaligen Bürger haben wohl diese Partei gewählt, weil diese sich den falschen Mantel der „Partei der kleinen Leute“ umhängt. Mit den AlG-II-Gesetzen verpufft dieser Mythos schließlich endgültig. - Nunmehr mästet sich auch die Gewerkschaft des öffentlichen Rechts, Verdi genannt, was schon so beschwingt klingt, an dem, was man diesen entrechteten Bürgern seit mittlerweile schon 4 Jahren herauspresst und abgaunert hat. Der Säckel des Staatsapparates ist durch Auspressung und Aderlass dieser neuen armen Schicht der Gesellschaft prall voll. Die Verwaltungsvorschriften erlauben es, vom gesetzlich zugesicherten Regelsatz Beträchtliches abzuzwacken. Mittels dieser realisieren dies Verwaltungsangestellte, die mit dem heuer abgeschlossenen neuen Tarifbestimmungen dicke Zuwächse an Lohn und Vergünstigungen einstreichen können. - Ist das nicht diese vielfach beschworene neue Mitte, die hier ihren Reibach zu Gunsten von den Abhängigen macht? Die Verbleibenden schauen angstgelähmt zu, könnten sie doch auch jederzeit in diese erbärmliche Lage abrutschen. - Aber es gibt ja glücklicherweise noch die Medien, Zeitungen, Fernsehen, wo man denn zum Ausgleich und zum Luftablassen den an der Armutsgrenze dahinlebenden Kindern, Alten und sonstigen bedauerswerten Mitmenschen sein Mitleid bekunden kann. Ob man so diese als vierte Säule der sogenannten Demokratie verstehen soll? Lieber Mitleid haben als Hilfe zu leisten und sich den Bauch voll schlagen können. Prost Mahlzeit – Prost oder Mahlzeit, wenn’s überhaupt einem anderen genehm...

 

Warum hört man auf die Neider?(08)

 

„Da ist mehr drinnen?“

Die Stimme des Neiders hetzt skandierend auf: „Bitte doch den Korb bis auf die letzte Ritze des Bodens auszukratzen!“ – aber es passt ja nun mal nicht mehr rein. „Bei uns kriegen Sie mehr als anderswo!“ – und schon hetzt die Meute dorthin, obwohl diese Stimmen einem nur die Hosentaschen umstülpen wollen. „Als erstes die Information zu erhalten; verschafft Ihnen einen Vorteil!“ Wer als erstes an eine Neuigkeit gelangt, als ob es um Leben und Tod ginge, in Wahrheit ein Wettrennen zwischen Hase und Igel, wird überleben!

 

„Unsere moderne Gesellschaft ist als Informationsgesellschaft gekenn-zeichnet. In den folgenden Jahrzehnten wird es darauf ankommen, nicht von Informationen ausgeschlossen zu sein, früher und schneller an sie heranzukommen. Das bringt Vorteil im Konkurrenzkampf der modernen Weltwirtschaftsländer“, so von Berufspolitikern herausgetönt.

 

Nun gut, mag ja hin und wieder mal von Vorteil sein, eine Information früher als andere zu erhalten, nicht aber wird es gegenüber anderen Menschen von lebenswichtiger Bedeutung sein (es sei denn es handle sich um so eine Ausnahmeerscheinung wie ein Tsunami, aber wann wird man schon einmal von so einer verheerenden Naturkatastrophe in die Zange genommen?)

 

Dies ist die eine neue gesellschaftliche Ideologie, dualistisch, nicht unähnlich der marxistischen, die ja auch die Menschen in zwei Gruppen eingeteilt hat, Besitzer an den Produktionskräften zu sein oder nicht; nunmehr sind es Gewinner und Verlierer, Jackpot-Knacker hier und die Nietenzieher dort. Zudem, wer den Schaden hat, hat den Spott. Nicht nur auf ein Mindestmaß wird das Existenzminimum der vermeintlichen Verlierer reduziert, unter dem lustvoll aufheulenden Gebrüll der Massen, geführt von allen bürgerlichen Parteien dieses Landes: siehe AlG-II-Gruppe.

 

Eigentlich ist unsere „moderne“ Informations-Gesellschaft hauptsächlich eine Über-Fluss-Informationsgesellschaft, eine meist unsinnige News-Production-Maschine, die in einem fort völlig bedeutungslose Dinge ausspuckt. Vielleicht ist noch das morgige oder dieswöchige Wetter interessant, aber wen interessiert’s, wie’s in Barcelona, Rom oder London ist? Das kann nur dem Zweck dienen, Lust zu machen darauf, dort den Urlaub verbringen zu wollen.

Wen interessiert’s, dass der Fußballstar von 30 Jahren jetzt im Kranken-haus mit `nem Gehirnschlag liegt? Nur den, der selbst Angst davor hat? – Wer glaubt’s, dass nun die Korallenriffe sich schneller als erwartet oder schlimmer als erwartet entwickelt haben? - Nur wer Angst davor hat.

 

Pseudo-Wichtigkeiten am laufenden Band werden ausgespuckt, die nur plagend sein können oder die Mühseligen und Beladenen nur mehr beschweren. Spielsüchte, Abhängigkeiten und Bedürfnisse werden heraufbeschworen. (Am besten schürt man allüberall Angst: „Noch schlimmer als befürchtet.“ „Das Sterben geht weiter: jeden Tag 100 Dialekte“ – als seien es Lebewesen und nicht etwas Statisches.)

 

Es ist diese primitive dualistische Weltanschauung, die immer und überall zum Vorschein gelangt: Gewinner, Verlierer; Links- oder Rechts-radikale; ursprünglich auch Palästinenser und Israelis; Arbeitgeber und –nehmer und so weiter. Wer den Kampf der beiden verfolgt, ist gut beschäftigt, emotional besetzt und völlig hinters Licht geführt. Die Kampflinien sind eh völlig verwischt; „gewinnen“ tun nicht die Kämpfer, sondern die zum Kampf anstachelnden: die Journalisten, Lobbyisten und Politiker.

 

Die Informationsmaschinen der Medien wollen den „modernen“ Menschen vor sich hertreiben, in ruh- und rastlos machen, ängstigen und verunsichern. Aus Angst vor Unsicherheit soll er sein sauer verdientes Geld lockern, den unzähligen Versicherungshaien, Spekulationsgeiern und Konsumterroristen in den Rachen werfen. In den Konsumtempeln soll er opfern gehen, Buße tun, sich veräußern. Das hebt die Wirtschaftsraten, die Flaute zieht ab, die Depression wird überwunden, der Aufschwung zeichnet sich ab, das Pflänzchen wächst – und was da noch für hoffnungsvolle bzw. Hoffnung vorgaukelnde Metaphern, Wortschreckgespenster und Begriffe in Umlauf gebracht werden – die nur dazu dienen, die eigenen Taschen zu stopfen.

 

Diese neoliberalistischen Hetzer messen den wirtschaftlichen Fortschritt, das Prosperieren eines Landes, kurzum den Aufschwung ausschließlich an den neu zu betonierenden Wald-, Feld- und Wiesenarealen; den Ab-risskugelpendel-Frequenzen gegen ältere Häuser, an den neonblinkernden Auslagen und Röhrenbeleuchtungen der Geschäfte und so weiter, kurzum, an der Lust, das ganze Land in ein Fadenkreuz von Spekulation einzuteilen.

 

Es lebe der Geldfaschismus!

 

Es werden den Menschen so und soviel Quadratzentimeter Platz zum Wohnen und Leben zugewiesen. Gleichzeitig werden immer mehr in den Westen gelockt, damit auch jeder Quadratzentimeter bewohnbare Fläche ausgefüllt ist und betriebswirtschaftliche Kalkulationen aufgehen. So wohnt der durchschnittliche Bundesbürger in zu eng bemessenen Reihenhäusern, wo der Furz des Nachbarn links und das Rülpsen des anderen rechts orchestrale Begleiterscheinung des Alltags ist.

 

Es werden staatlicherseits Zonen entrichtet, wo unbedingter Konsumzwang besteht. Öffentliche Plätze werden privatisiert, vermietet und verpachtet von Staatsbeamten, die Kunden statt Klienten und Parteien haben wollen. Die Pächter betrachten diese öffentlichen Räume als ihre Privatdomäne und melken die Kuh, bis sie brüllt. Dass man noch nicht so weit ist, das Konsumniveau auf so und soviel Prozent pro Zeiteinheit in Vorschriften festzuschreiben, wenn man sich in öffentlichen Räumen aufhalten will, wundert einem nur.

 

Bestimmte Freiräume werden zudem mit dem heuchlerischen Hinweis, dass es Öko-Schutz-Territorien geben muss, systematisch überwacht. Und wer kann sich dieser Argumentation ernsthaft entziehen? Am wenigsten diejenigen, die gerade die stillen Plätzchen der Republik wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Diese Öko-Staats-Schützer mit ihren dicken Landrovern fahren dann durch das ländliche Idyll, Fernstecher im Ansatz, um einige freie Strandplätze an still abgelegenen Baggerweihern zu observieren und vor Konsumlärm fliehenden Individualisten freizuhalten.

Die ruheerheischenden Zeitgenossen werden damit wiederum unweigerlich in die Arme von konsumterrorisierten Badestränden mit optimal durchorganisierten Kiosken und Cafés getrieben und abgezockt.

 

 

Kaiser Wilhelm steigt aus seinem Grab (09)

 

Jetzt wird Deutschland auch am Golf von Aden verteidigt.

Seit dem Fall der Mauer bewegt sich die Geschichte rückwärts, scheint’s.

Menschen buddeln in Abfalleimern nach Essbaren und Kinder haben nicht einmal ein Pausenbrot zum Essen. – Bilder der Armut aus früheren Tagen.

Bilder des schmerzhaftesten Kontrastes: ein heruntergekommenes, verarmtes schwarzafrikanisches Land Somalia hier und kriegsstrotzende Militärschiffe dort. Sklavenhalter, die den Sklaven minderwertiges Essen auftischen – zynisch als „Tafel“ bezeichnet, werden in der Öffentlichkeit gepriesen und belobigt. Pfui Teufel - Kaiser Wilhelm Zeiten sind den Gräbern entstiegen!

 

Im Geschichtsunterricht vor ein paar Jahrzehnten hat man den deutschen Imperalismus Kaiser Wilhelms als Folgeverhalten anderer, vor allem englischer, französischer Länder dargestellt. Die „führenden“ Nationen Europas hatten in vor allem afrikanischen Ländern Kolonien errichtet, so dass sich die Deutschen bemüßigt und angetrieben fühlten, desgleichen ihr Eigen nennen zu müssen. Dieses Verhalten im Geschichtsunterricht wurde als „töricht“ bezeichnet und dargestellt.

Dieses Schielen auf den Nachbarn, was er wohl treiben möge, findet sich seit einigen Jahrzehnten in deutscher Politik wieder. Mit dem Hinweis, was da wohl die anderen sagen, werden Verhaltensweise sanktioniert, bei der Brandstifterwelle der 90ziger Jahre etwa, und bei Militäreinsätzen im Ausland wird begründet, dass dies die internationalen Verpflichtungen geböten.

Entwicklungsländer zu „helfen“ mit ausschließlich militärischem Einsatz war noch vor wenigen Jahren als nicht ausreichend verpönt – Afghanistan würde ja mit unzähligen entwicklungs-charitativen Vereinen mit aufgebaut – nunmehr jedoch, beim Somaliaeinsatz fällt diese Begründung/Rechtfertigung bereits unterm Tisch.

Bilder, bei denen verheerende Armut der somalischen Bevölkerung dargeboten und vorgeführt werden, reichen mittlerweile nicht aus, um den martialischen Einsatz gegen somalische Freibeuter (besserer Ausdruck als „Piraten“) zu verurteilen. Die deutsche Nation reiht sich unwidersprochen und scheint’s freudig in die Reihe der neuen imperalistischen Bestrebungen internationaler Aggressoren. Diese Nation hat nichts Neues zu bieten seit 100 Jahren, vor allem nichts geschichtlich gesehen Positives.

Es liegt nicht im nationalem Interesses dieses Landes, dass die Teilnehmer von Kreuzfahrtschiffen vor Entführung geschützt werden müssen – sollen sie doch woanders herumkreuzen, die Welt ist groß genug; noch im Interesse der Nation, dass multinationale Konzerne vor Kaperungen ihres millionen-teueren Warenverkehrs geschützt werden müssen – deren Sicherung könnten sie locker selbst übernehmen.

Zweck allein ist die westliche Arroganz, ihr materieller, geistiger und kultureller Imperalismus hier und anderswo, sprich in Afghanistan, gegenüber Teilen der Welt, die ihre Ideale ablehnt. Doch werden letztere mit militärischen Mitteln gezwungen, kleinbeizugeben. Es ist für die Menschheit zu hoffen, dass dies eines Tages geschichtlich verurteilt werden wird.

 

Das Muss des Multikultus oder Tod des Politikers (08)

 

Die Globalisierung als größte Herausforderung ist nicht der weltumspannende Weltwirtschafts-Geist, die Märkte ohne Grenzen, sondern die grenzenlose Zersplitterung der Nationen. Nationen, oft geschichtlich an Orte gebunden, lösen sich auf: Parallelgesellschaften, weltumspannender Satellitenempfang und unbegrenzte Mobilität machen den Schicksalsbegriff einer Nation obsolet. Jeder kann sich beliebig von allem etwas aussuchen und daran „Identität“ finden. Es gibt keine deutschen, englischen, ja selbst keine amerikanischen Nationaleigenschaften mehr. Das ist zwar ein Aspekt des amerikanischen Selbstverständnisses, des Global Villages als die Welt, aber der amerikanische hat ja darüber hinaus noch weitere konkrete, dessen man sich selbst als amerikanischer Staatsbürger nicht mehr verbunden fühlen muss. Die „Identität“ kann man sich schaffen, wie man in einem Kaufhaus einkaufen geht; es gibt unzählige Warenmarken für eine Ware. Welche hätten sie gerne?

Das ist der Todesstoß jeden Politikers, der ja versucht eine bestimmte Anzahl von Menschen mit bestimmten Identifikationensprojektionen hinter sich zu scharen. Die Bürger sind aber dafür aber mittlerweile zu diffus und verstreut in ihren selbstgewählten Eigenschaften, Idealen und Verhaltensweisen. Der eine bedingt sich an dem Fair-Play des Engländers, der andere an der Pflichtbesessenheit eines Deutschen, der nächste an dem Savoir Vivre des Franzosen. Ein Amalgam beliebiger Eigenschaften kennzeichnet den globalen Erdbürger.

Eine nationale Identität zu proklamieren ist des Politikers Geschäft, die Zersprengelten und Uneinigen auf Line zu bringen. – Dem kommt entgegen der Wunsch des Einzelnen, eine Identität über-individueller Art haben zu wollen, was auf Unsicherheit des sozialen Denkens gründet.

Der Propagandismus und die Doktrin einer genau umrissenen nationalen Identität ist wie Kleidungsstücke von der Stange, pret-á-porter für den Otto-Normal-Verbraucher, der zu träge ist, nach reiflicher Überlegung selbst zu entscheiden.

Natürlich könnte idealtypischerweise Vernunftsurteil und dargebotenes Identitätsprofil übereinstimmen, wenn es da nicht zu viele schillernde Merkmale gäbe, also nun einmal kein vorgefertiges „Image“ und Bild des/eines nationalen Charakters vorhanden ist.

Sagt uns aber nicht heutzutage die Statistik, was die Deutschen, gleich welche Menschen welchen Landes am meisten beschäftigt: anhand der Anzahl der Zuschauer eines Fernsehfilms zum Beispiel (sofern die Zahlen nicht gelogen sind)?

 

Leserbrief zu den „Unruhen in Griechenland!“ (09)

 

Zu den Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und sogenannten Ordnungskräften in Griechenland der letzten Wochen in den Nürnberger Nachrichten

 

Bitterer Winter. Nachts. U-Bahnstation. Warten auf die Maschine. Eine junge Frau befindet sich unweit mir. Einfahrt. Losgehen auf die aufgehenden Türen. Zusammenrumpeln mit der Frau. Schreien: „Passen Sie doch auf!“ Ich brülle nicht zurück, sage gar nichts, nur Schulterzucken allenfalls. An der nächsten Station steigt ein junger Mann ein. Die beiden tuscheln miteinander, er kommt plötzlich zu mir hergerannt: „Das ist meine Frau. Sie haben sie gestoßen. Entschuldigen Sie sich bei ihr!“ Ich murmle einte Entschuldigung. Die U-Bahn hält, wir drei machen Anstalten auszusteigen. Während ich die Türhebeln betätige, sage ich zum jungen Mann: „Taxos!““ Ich gehe meines Weges, sehe noch aus den Augenwinkeln, dass dieser sehr junge Mensch verdutzt und irritiert zu sein scheint über meine Kenntnis seiner Muttersprache. Ungehalten zerrt er sich sein sogenanntes Palistinensertuch zurecht und wendet sich fragend an seine Frau – so hoffe ich, diese Gestiken richtig wahrgenommen zu haben. Später sehe ich ihn mit seiner Frau in der selben Lokalität (Villa Leon), wo ich einen Vortrag über  sinngemäß das Thema besuche: „Was es bedeutet, ein Migrant zu sein.“ Sie nehmen mich wahr - er grinst, sie grinsen, ein griechisches junges Ehepaar 2007 in Nürnberg in der Villa Leon.

 

An einem Kaffeestand im U-Bahnbereich. Warten in einer Schlange. Nun bin ich der nächste. Ein blauuniformierter mit einer schweren, schwarzledernen Tasche bewehrter Hüne von Mensch kommt daher, setzt diese neben mich ab auf den Tresen, haut mir seine eckigen Ellenkanten in die Seite und schiebt, wobei er mich etwas zur Seite schiebt dabei und befiehlt: „Einen Kaffee!“ Die herangekommene Bedienung schaut irritiert zu mir und zu ihm hin, wieder zu mir, ich setze an protestierend den Mund aufzureißen, aber das Mädchen ist schon unterwegs.. Ein paar Jugendliche hinter mir verfolgen das Ganze stumm. Keiner erhebt die Stimme, bevor ich gehen und zu dem städtischen Bahnbediensteten noch sagen kann: „Sie sind ein Arschloch, mein Herr!“

 

Geschehnisse auf dem Syntagma-Platz Europas (09)

 

Eigentlich ist es egal, wo sich diese zwei folgenden Episoden zutrugen. Wichtig ist nur, dass sich aktuell die Hinter-,Beweg- und sonstigen Gründe derzeit im Ursprungsland auf dem demokratischen Platz „Syntagma“ in Athen manifestieren.

 

Bitterer Winter. Nachts. U-Bahnstation. Warten auf die Maschine. Eine junge Frau befindet sich unweit mir. Einfahrt. Losgehen auf die aufgehenden Türen. Zusammenrumpeln mit der Frau. Schreien: „Passen Sie doch auf!“ Ich brülle nicht zurück, sage gar nichts, nur Schulterzucken allenfalls. An der nächsten Station steigt ein junger Mann ein. Die beiden tuscheln miteinander, er kommt plötzlich zu mir hergerannt: „Das ist meine Frau. Sie haben sie gestoßen. Entschuldigen Sie sich bei ihr!“ Ich murmle einte Entschuldigung. Die U-Bahn hält, wir drei machen Anstalten auszusteigen. Während ich die Türhebeln betätige, sage ich zum jungen Mann bitter und klagend: „Taxos!“ (dt=In Ordnung)“ Ich gehe meines Weges, sehe noch aus den Augenwinkeln, dass dieser sehr junge Mensch verdutzt und irritiert zu sein scheint über meine Kenntnis seiner Muttersprache. Ungehalten zerrt er sich sein sogenanntes Palistinensertuch zurecht und wendet sich fragend an seine Frau – so hoffe ich, diese Gestiken richtig wahrgenommen zu haben. Später sehe ich ihn mit seiner Frau in der selben Lokalität (Villa Leon), wo ich einen Vortrag über  sinngemäß das Thema besuche: „Was es bedeutet, ein Migrant zu sein.“ Sie nehmen mich wahr - er grinst, sie grinsen, ein griechisches junges Ehepaar 2007 in Nürnberg.

 

An einem Kaffeestand im U-Bahnbereich. Warten in einer Schlange. Nun bin ich der nächste. Ein blauuniformierter mit einer schweren, schwarzledernen Tasche bewehrter Hüne von Mensch kommt daher, setzt diese neben mich ab auf den Tresen, haut mir seine eckigen Ellenkanten in die Seite und schiebt, wobei er mich etwas zur Seite schiebt dabei und befiehlt: „Einen Kaffee!“ Die herangekommene Bedienung schaut irritiert zu mir und zu ihm hin, wieder zu mir, ich setze an protestierend den Mund aufzureißen, aber das Mädchen ist schon unterwegs.. Ein paar Jugendliche hinter mir verfolgen das Ganze stumm. Keiner erhebt die Stimme, bevor ich gehen und zu dem städtischen Bahnbediensteten noch sagen kann: „Sie sind ein Arschloch, mein Herr!“

 

Für mich steht der berühmte Syntagma-Platz in Athen auch im U-Bahnbereich des Nürnberger Bahnhofs, ein länderübergreifender Platz, wo die verschiedenen hier deutsch-griechischen Kulturen zusammenkommen.

 

Schlußbemerkung

 

Hier sind Veröffentlichungen in verschiedenen Medien vereinigt.

 

Zeller, Paul: „Biblisches Handwörterbuch“, Calmer Vereinsbuchhandlung, Stuttgart 1924

Tartt, Donna: „Die geheime Geschichte“. Ein Roman. Goldmann Verlag. Augsburg 1992

McCourt, Frank: „Angela’s Ashes“. A Memoir of a childhood. HarperCollins Publishers. Great Britain. 1996

Wörtl: Zusammenstoß von Kulturen

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